Und wie schreibt man nun eine Reportage?
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Wir haben die Reportage nicht erfunden. Und weil die Kollegen der Sommerakademie 2012 alles Wichtige auf den Punkt gebracht haben, freuen wir uns, dass wir das weitergeben können:
1. Vorrecherche
Eignet sich das Thema für eine Reportage?
Sammeln von Fakten zum Thema. Einfach nur hingehen und sich umschauen reicht nicht. Vorwissen vor Ort hilft, wichtige Details von unwichtigen zu unterscheiden und die richtigen Fragen zu stellen.
Eine These entwickeln: Wissen, was man mit dem Text zeigen will.
Für eine gute Geschichte ist es wichtig, gute Protagonisten zu finden.
Die Frage ist: Welche Protagonisten transportieren das, was ich transportieren will?
Ort des Geschehens: Den richtigen Schauplatz finden.
Interaktion ist wichtig: In der Interaktion gibt der Protagonist oft mehr über sich Preis als in einer klassischen Interviewsituation.
2. Vor Ort
Eine Reportage lebt von den Eindrücken, die der Reporter auf seiner Recherche gesammelt hat.
Der Leser war nicht da, der Reporter muss ihm vermitteln, wie es vor Ort war:
Grundregel: Alles sehen, hören, riechen, sogar anfassen.
Nicht nur wahrnehmen, was jemand sagt, sondern auch, wie er es sagt.
Sprechende Details:
Entscheiden, welche Eindrücke bedeutend waren und welche nicht.
Die kleinen Dinge sehen und ihre Größe begreifen. Kleinigkeiten können sehr bedeutsam sein.
Lieber beschreiben als ein Adjektiv oder einen Sammelbegriff zu verwenden.
3. Das Schreiben der Reportage
Der Einstieg
Über die Hälfte der Leser hört nach dem ersten Satz auf zu lesen, weitere 25% nach dem ersten Absatz. Deshalb ist der Einstieg das Wichtigste.
Den Leser gewinnen, ihn überzeugen, dass er sich die Zeit nehmen soll, die Geschichte zu lesen.
Starke Szene, mit Tempo, Signalwörtern: Spannung erzeugen, indem man dem Leser ein Rätsel aufgibt.
Portal
Einordnender Abschnitt nach dem Einstieg: Erklärt dem Leser, warum die Geschichte wichtig ist und warum er weiterlesen soll.
Das Portal ist die Verbindung des Einstiegs mit dem Hauptteil.
4. Weitere Struktur
Die Reportage ist eine Mischung verschiedener Elemente: Szenen und Eindrücke + Hintergrundinformationen und Fakten
Fahrplan zurecht legen (Post-Its).
Szenen und Hintergrundteile sollen logisch ineinander greifen: Roter Faden, Leitgedanke.
Schluss:
Den Leitgedanken wieder aufgreifen: Starke Szene.
Klammer, Bezug nehmen auf den Anfang: Kein neues Thema anreißen.
