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Bloggen vs Däumchendrehen

SO TOLL IST ES HIER, verdammt noch mal!

Ein Dilemma sondergleichen.
Da ist das Leben endlich mal so schön und bunt und neu und aufregend, wie man es sich an diesen berühmt berüchtigten grauen Novembertagen oft erträumt. Da sind all diese neuen Gesichter, in denen man beginnt, Freunde zu sehen, diese neuen Seiten, die man an sich selbst entdeckt, diese Lapislazulis und schwarzen Onyxe, diese Erotikshops (die wir VON AUßEN bewundern, um unsere Ehre zu retten) und Thai-Restaurants, diese Seilbahnen und Funkhäuser und dieser diabolisch verlockende Sommerschlussverkauf, der uns Mädels anzieht wie das Licht die Stechmücken.
(Die, sich, wo wir gerade dabei sind, gerade durch den Spalt meines gekippten Fensters in mein Zimmer schmuggeln und sich an mir und meinem verbliebenen Sushi laben. Und die wir in Österreich Gelsen nennen, aber dann versteht mich wieder niemand, so wie bei Rewe, wenn ich um ein Plastiksackerl bitte und die Kassiererin mich anstarrt wie ein schockgefrostetes Mondkalb).

cööln & the gang

cööln & the gang

Eben, so viel zu erzählen, oder sagen wir, weil wir jung und dynamisch sind, wie es Köln ist, laut meinem Touristenheftchen vom Kiosk: SO VIEL ZU BLOGGEN gäbe es.
Nur, und damit zurück zur Nörgelei. SO TOLL IST ES HIER. UR TOLL sogar (so sagt man in Österreich).
Da bleibt ja kaum Zeit zum Bloggen!
Auch komisch. Zu Hause, beim doofen Däumchendrehen hat man immer das Bedürfnis, dem digitalen Dorf die irrsten Storys mitzuteilen, oder die absurdesten Serienneuheiten zu gucken, vielleicht, um der Illusion eines Tags ein bisschen näher zu kommen, an den man sich mal erinnert.
Passieren leider viel zu selten.
Routine ist der eigentliche natürliche Feind des Menschen, ich sag´s euch!

Schwups, und dann hat man eine ganze Reihe großartiger Tage und ist einfach nur so zufrieden mit dem ganzen Sammelsurium an Momenten und Gerüchen und Mimiken, die man die letzten Tage kennengelernt hat, dass man erst recht wieder einfach nur doof Däumchen drehen möchte.
Aber man ist ja strebsam und brav und schreibt jetzt um zwei Uhr morgens noch einen sich im Grunde selbst negierenden Blogeintrag, anstatt sich ans Rheinufer zu setzen und mit Holger und seiner kleinen Mia ein kühles Kölsch zu trinken. Oder Apfelschorle. (Achtung, Insider)
Also Schluss mit dem Gelabere, 1000 Zeichen ungeschriebenes Statement für den „Kölner Stadtanzeiger“ rufen schon ganz quengelnd und penetrant nach mir. (So wie wir nach Ines, unserer Gruppenmama, wenn wir Hunger haben.)
Jetzt klopft sicher gleich ein wütender Hotelgast mit ´nem Regenschirm gegen meine Wand, um mir zu signalisieren: „RUHE, ABER FIX!“
Jut, jut, berlinere ich, weil ich es von Sarah gelernt habe – ich mach ja schon, ich tu ja schon.
Statement, ich komme! Nachts ist man ja bekanntlich besonders eloquent (und das nicht nur unter Alkoholeinfluss).
So: Zeit, gute Nacht zu sagen, klebrig süße Träume zu wünschen, und vor allem Merci in die Runde zu schmettern, an den Verband der Literaturhäusser, an Ines, Veronika, Ute und Kerstin, an all die Leute, die das hier ermöglicht haben und die ihr ohnehin nicht kennt – trotzdem.
Ein Gracias für die unglaublich produktive, informative und vergnügliche Zeit mit euch allen.
Und einen heißen italienischen Kuss an meine lieben „Kollegen“, mit denen ich in nicht einmal 5 vollen Tagen mehr Spaß hatte, als in so manch andrem grauen Herbstmonat.
Auf Köln! Auf das Leben!

Bussi Bussi von der Preiselbeertante,
Yours, Julia