Fantastisches Köln
Feuerbälle wirbeln durch die Luft, wie von nichts gesteuert. Alles um sie herum verschwindet, wird zu einem Schleier aus Gesichtern und Lichtern, während das Feuer sich durch die dunkle Nacht schlängelt.
Und schließlich eine Fontäne, die aussieht als wäre sie aus flüssigem Feuer.
Das kleine Publikum Uhht und Ahht vor Erstaunen, aber der Feuerspucker gibt sich nicht damit zu Frieden. Er macht es noch einmal, immer und immer wieder.
Schließlich geht ihm die Puste aus. Ihm ist warm, wenn nicht sogar heiß. Die Menschen klatschen. Es sind so viele, so viele, wie schon lange nicht mehr. Es ist Donnerstag Abend, der kleine Freitag, wie er auch genannt wird, und das Wetter ist schön. Das zieht die Leute auf die Straßen.
Er sieht unter ihnen viele ältere Menschen, die ihn mit diesem netten, begeisterten Strahlen im Gesicht ansehen, junge Menschen, die sich über ein Bier hinweg mit ihren Freunden unterhalten und ihm hin und wieder einen Blick zu werfen.
Er sieht auch eine Gruppe von Mädchen, acht, neun, zehn sind es und ein Junge. Sie sehen ihn an. Reden über ihn. Er würde so gerne wissen wollen, was sie sagen.
Man denkt immer, dass die Nervosität sich legt mit der Zeit, was sie vielleicht auch ein bisschen tut. Aber er will trotzdem wissen, was sie über ihn sagen.
Es interessiert ihn einfach.
Er packt seine Sachen zusammen, löscht das Feuer und macht sich auf den Weg.
Vor ihm ragt der Dom hoch hinaus. Von weitem sieht er in dem künstlichen Licht fast blau aus.
Der Feuerspucker wird sich nie an ihm sattsehen können.
Als er an dem alten Gemäuer vorbei läuft, geht er ein wenig näher heran.
Die alten Statuen wirken fast lebendig in der Stille.
„Hat du Mörchen?“, fragt eine unheimliche Stimme, woraufhin der Feuerspucker erschrickt.
„Was zum..“
Etwas kichert hoch. Doch er kann nicht sehen was. Er dreht sich mehrmals um doch da ist niemand, weit und breit.
„Wen such´ste denn?“
„Wo bist du?“
„Wer hat denn gesagt dat ich hier bin?“, er hört wieder ein schallendes Lachen. „Spass beiseite, Freundchen, wo haste denn dein Feuerzeug gelassen, hä?“
Der Feuerspucker ist kurz davor zu gehen, bis er schließlich einen Schatten am Domgemäuer sieht. Er folgt ihm mit seinen Augen, doch da ist nichts.
Er ist kurz davor zu gehen. Bestimmt ist das nur ein Betrunkener, der nicht mehr weiß, was er sagt oder ein schlechter Scherz.
Aber der Feuerspucker hält noch einen kurzen Moment inne, als die Stimme sagt:
„He warte doch mal! Ich hab mich noch gar nich vorgestellt, ich bin der Domgeist!“



